VEREIN FÜR VORÜBERGEHENDE KUNST

 MOTIVATION von TEMPORA

Der Verein TEMPORA (2014 gegründet von Veronika Glatzner) hat es sich zum Ziel gemacht, künstlerische Interventionen des Bereichs Theater, Tanz, Tanztheater im öffentlichen oder halb-öffentlichen Räumen von kulturell wenig erschlossenen Stadtteilen zu initiieren, um diese kulturell zu beleben.

Zielpublikum ist einerseits ein theateraffines Publikum, das durch die Interventionen an Orte abseits der institutionalisierten Theaterräume gelockt wird, andererseits besteht die Hoffnung, neue Publikumsschichten mit den kulturellen Impulsen zu erreichen: die Bewohner des jeweiligen (benachteiligten) Stadtteils.

Als Aufführungsorte sucht TEMPORA Orte, die temporär leer stehen und/oder zur Zwischennutzung freigegeben werden, damit will TEMPORA auf einen gesellschaftlichen Wandel aufmerksam machen, der das zeitgenössische Stadtbild verändert hat: Die Dienstleistungsgesellschaft verdrängt althergebrachte Klein- und Familienbetriebe, vielerorts ist Leerstand zu verzeichnen, in gentrifizierten Stadtteilen, werden die ehemaligen Geschäftslokale von Kreativen und Start-Ups erobert und machen neue Lebens-und Arbeitsräume sichtbar, in weniger begehrten Bezirken bleiben die Leerstände unbelebt, die Bewohner von kulturellen Entwicklungen ausgeschlossen.

TEMPORA reagiert mit seinen künstlerischen Interventionen auf diesen städtischen Wandel.

 

K.s FRAUEN

ein Theaterabend nach „der Prozess“ von Franz Kafka

Konzept und Regie: Veronika Glatzner

ORT: Wollzeile 6-8, 1010 Wien 

 

Musik: b.fleischmann

Choreographie: Anna Knapp

Darstellerinnen: Ana Grigalashvili, Marketa Richterova, Julia Schranz, Halka Tresnakova

Kostüm/Ausstattung: Marie Sturminger

In seinem berühmten Roman „Der Prozess“, erzählt Franz Kafka aus dem Blickwinkel seines Protagonisten Josef K., dessen nebulöse Verhaftung, und wie dieser sich vor einem undurchsichtigen Gericht verantworten muss, ohne zu wis-

sen, warum. In „K.s Frauen“ begegnen sich die vier Schauspielerinnen Ana Grigalashvili (GEO), Marketa Richterova (CZ), Julia Schranz (A) und Halka Třešňáková (CZ), um auf Basis ihrer unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, die Frauenfiguren des Romans zu untersuchen. In parallel bespielten Zimmern erforschen die vier Darstellerinnen das Ges- tenrepertoire der Figuren in ihrer Verfremdung, Verzerrung und Widersprüchlichkeit. Durch die Übersetzung der grotesken kafkaesken Körpersprache in einen theatralen Raum, hin- terfragt die Inszenierung die Geschlechterordnung von Mann und Frau innerhalb und aus- serhalb der Perspektive Josef K.s. „Bei Kafka und dem „Prozess“ im Speziellen interes- siert mich der Raum, der sich zwischen Gestik und Sprache öffnet.“, so Veronika Glatzner. Das Stationentheater „K.s Frauen“ begegnet den körperlichen Schilderungen, die dieser – als Traumlogik beschriebene – Text Kafkas beinhaltet, auch musikalisch: Bernhard Fleischmann entwickelt zusammen mit der Choreographie eine Sound Installation, inspi- riert auch vom Aufführungsort und seiner Geschichte.

 

 

 

 

Im Herbst 2014 fand das erste Projekt von Tempora „on DIS PLAY – theatrale Formen von Transparenz“ in Wien-Hernals statt: ein Auftragswerk an 5 AutorInnen, 5 Monologe für 5 SchauspielerInnen zu schreiben, die sich mit dem Thema „Transparenz“ auseinandersetzen, die Monologe wurden parallel und mehrmals an einem Abend in Schaufenstern von Geschäftslokalen gezeigt.

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